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26.09.2017
Drohender Vulkanausbruch auf Bali

Medienberichten zufolge droht auf der Ferieninsel Bali ein Ausbruch des Vulkans Gunung Agung; eine Sicherheitszone von 9 - 12 km wurde um das Gebiet errichtet und die Bevölkerung aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen.

Für Touristen sollen die Behörden angeblich Entwarnung gegeben haben, da sich die wichtigsten Urlaubsorte im Süden des Landes befänden und mehr als 50 Kilometer von dem Vulkan entfernt wären; demnach bestünde keine Gefahr. Im Süden der Insel befindet sich auch der Flughafen, wobei für den Fall eines Vulkanausbruchs auch eine Einstellung des Flugverkehrs befürchtet wird.

Ob ein kostenloser Rücktritt vom Vertrag (wegen Wegfalls der Geschäftsgrundlage) zusteht, ist anhand der jeweiligen Umstände des Einzelfalles zu prüfen. 

In diesem Zusammenhang hat der Oberste Gerichtshof folgende Grundsätze entwickelt: 

  • Ein kostenloses Rücktrittsrecht (wegen Wegfalls der Geschäftsgrundlage) besteht, wenn die Gefahr - auch im Lichte seriöser Medienberichte - so hoch erscheint, dass ein durchschnittlicher Reisender die Reise nicht antreten würde.
  • Eine offizielle "Reisewarnung" des Außenministeriums ist ein klares Indiz für eine solche Gefahr und rechtfertigt den kostenlosen Reiserücktritt jedenfalls. Derzeit (Stand 26.9.2017) gibt es keine Reisewarnung.
  • Der Umkehrschluss (Kein Reiserücktritt wenn keine Reisewarnung vorliegt) wurde aber vom OGH ausdrücklich verneint. Es reicht aus, wenn diese Gefahr im Lichte seriöser Medienberichte als gegeben erscheint - auch ohne Reisewarnung kann man dann kostenlos zurücktreten.
  • Der OGH verlangt, dass Reisende, deren Abreise noch weiter in der Zukunft liegt, zunächst abwarten, wie sich die Sicherheitslage entwickelt.
  • Auch billigt der OGH dem Reiseveranstalter zu, dass er einem Wunsch nach kostenlosem Rücktritt ein Angebot auf eine zumutbare (und kostenlose) Umbuchung entgegenhält. Gibt es nicht gute Gründe, die Umbuchung abzulehnen (schriftlich dokumentieren!), dann muss man diese akzeptieren, andernfalls Stornogebühren zu bezahlen sind.

Beratung und Hilfestellung bieten das Beratungszentrum des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) und das beim VKI eingerichtete Europäische Verbraucherzentrum Österreich (EVZ).

Nähere Informationen und Aktualisierungen der Sicherheitslage in Indonesien (Bali ist eine zu Indonesien gehörende Insel) können Sie der Homepage des Außenministeriums unter https://www.bmeia.gv.at/reise-aufenthalt/reiseinformation/land/indonesien/ entnehmen.

Die Reisewarnungen des Außenministeriums finden Sie unter https://www.bmeia.gv.at/reise-aufenthalt/reisewarnungen/ 


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