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20.11.2017
VKI fordert: VW soll Garantieerklärung abgeben!

Eine Garantieerklärung würde Sicherheit bei negativen Folgen durch Software-Update schaffen.

Der VW-Abgasskandal betrifft in Österreich rund 360.000 Fahrzeuge. Im Zusammenhang mit dem weitgehend bereits durchgeführten Software-Update beteuerte der VW-Konzern bisher mehrfach, dass den betroffenen Kunden durch die kostenlose Umrüstung keine Nachteile entstehen würden. Eine interne Umfrage des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) kam zuletzt allerdings zu einem ganz anderen Ergebnis. Rund 43 Prozent der befragten Konsumenten stellten nach der Umrüstung negative Veränderungen an ihrem Fahrzeug fest. Die häufigsten davon waren ein erhöhter Kraftstoffverbrauch, Leistungseinbrüche im oberen und unteren Drehzahlbereich und ein deutlich spürbares "Ruckeln" des Motors. Der VW-Generalimporteur wehrte sich daraufhin dagegen, dass jedes zweite Auto nach dem Update nicht mehr einwandfrei funktionieren würde. Die Unsicherheiten in diesem Zusammenhang lassen sich leicht durch eine umfassende Garantierklärung aus der Welt schaffen. Wenn es keine Probleme gibt, dann kann eine solche Garantieerklärung problemlos von VW abgegeben werden.
 
Mitte September 2015 hat Volkswagen (VW) eingestanden, bei Dieselmotoren der Marken VW, Audi, SEAT und Skoda mit Hilfe einer unzulässigen Motorsteuerungssoftware manipuliert zu haben, um den Stickstoffausstoß bei Abgastests zu senken. VW versprach eine kostenlose Umrüstung der Fahrzeuge und postulierte dabei immer wieder, dass den VW-Kunden nach den Software-Updates keine Nachteile entstehen würden.
 
An den VKI wurden jedoch immer wieder Beschwerden über Folgeprobleme nach dem Update herangetragen. Deshalb startete der VKI eine interne Umfrage unter den mittlerweile 27.000 VKI-Teilnehmern, die sich von VW aufgrund der Betrugssoftware geschädigt fühlen. Mit der Umfrage wollte der VKI eruieren, ob den betroffenen Fahrzeughaltern nach der Umrüstung negative Veränderungen im Gebrauch des Fahrzeuges aufgefallen waren.
 
Letzte Woche teilte der VKI mit, dass von den 9000 Fahrzeughaltern, die das Update bereits durchführen ließen, rund 3600 über negative Veränderungen berichtet haben, die sie nach der Umrüstung an ihrem Fahrzeug feststellten. Dazu zählten etwa erhöhter Kraftstoffverbrauch, Leistungseinbrüche im unteren oder oberen Drehzahlbereich, ein Ruckeln/Nageln des Motors, Probleme mit dem Abgasrückführungssystem, eine schnellere Verrußung des Partikelfilters, eine erhöhte Geruchsbildung oder ein massives Gebläse. Die beschriebenen Probleme sind aus technischer Sicht zum Teil auch durchaus nachvollziehbar.
 
Seitens des VW-Generalimporteurs Porsche Austria werden derartige Folgen aber bestritten. Der Generalimporteur beruft sich dabei auf das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Dieses hätte für alle freigegebenen Modelle bestätigt, dass mit der Umsetzung der Maßnahme hinsichtlich Kraftstoffverbrauch, CO2-Emissionen, Motorleistung und maximales Drehmoment sowie Geräuschemissionen keine Nachteile verbunden sind.
 
Der VKI stellt daher Musterbriefe zur Verfügung mit denen Konsumenten VW und Porsche Austria auffordern können eine umfassende Garantieerklärung abzugeben. Wir empfehlen die Aufforderungsschreiben jeweils eingeschrieben sowohl an VW als auch an den Generalimporteur zu übermitteln.


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