Zum Inhalt

Rückforderungsanspruch der Bank bei Phishing

Laut OLG Hamburg hat eine Bank gegen eine Kontoinhaberin einen Rückforderungsanspruch, wenn die Kontoinhaberin ihr Konto für Überweisungen nach einer Phishing-Attacke zur Verfügung stellt.

Frau K hatte ein Konto bei der P-Bank. In den AGB der P-Bank findet sich die Klausel, dass die P-Bank fehlerhafte Überweisungen bis zum nächsten Rechnungsabschluss rückgängig machen darf.

Auf das Konto von Frau K wurden drei Überweisungen in Höhe von insgesamt ca. € 33.000,--getätigt. Die Überweisungen stammten nicht von den zeichnungsberechtigten Inhabern der Konten, sondern wurden im Wege des Phishings (illegale Beschaffung von Zugangsdaten zum Online-Banking) durch Unbefugte transferiert. Frau K hob dieses Geld ab und zahlte es an Unbekannte aus. Als die P-Bank von einem Phishing-Opfer verständigt wurde, überprüfte sie das Konto der Frau K und stornierte die Gutschrift.

Das erstinstanzliche Gericht kam zu dem Ergebnis, dass aufgrund der mangelnden Anweisungen der Phishing-Opfer die Überweisungen fehlerhaft waren und die Bank daher eine Stornierung vornehmen durfte. Frau K muss daher der P-Bank die € 33.000,-- zahlen.

Das OLG Hamburg bestätigte diese Entscheidung.

OLG Hamburg 07.07.2006, 1 U 75/06

Lesen Sie mehr zu solchen Phishing-Attacken
http://www.konsument.at/konsument/detail.asp?category=Computer+%2B+Telekom&id=27156

Diesen Beitrag teilen

Facebook Twitter Drucken E-Mail

Das könnte auch interessant sein:

Uniqa

VKI: UNIQA – Unzulässige Klausel zum Unterjährigkeitszuschlag

Der VKI hatte die UNIQA Österreich Versicherungen AG (UNIQA) geklagt. Gegenstand des Verfahrens waren 18 Klauseln in den Versicherungsbedingungen der UNIQA. Bereits in den Unterinstanzen wurden 11,5 Klauseln, ua eine Klausel zum Unterjährigkeitszuschlag, rechtskräftig für unzulässig erklärt. Betroffene Konsument:innen können nach Ansicht des VKI die verrechneten Unterjährigkeitszuschläge zurückfordern, wofür der VKI einen Musterbrief kostenlos zur Verfügung stellt.

Geld

Bonitätsprüfung beim Hypothekarkredit

Der OGH verneinte eine Pflichtverletzung des Kreditgebers iZm der Kreditwürdigkeitsprüfung in einem Fall, in dem der Kreditnehmer der Bank seine Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt verschwieg, wobei er allgemein nach Verbindlichkeiten gefragt wurde.

alt

OGH: Versicherungsnehmer:innen können gegen gesetz- oder vertragswidrige Vertragsanpassung vorgehen

In diesem Verfahren hatte sich der OGH mit der Frage zu befassen, ob aus § 178f Abs 2 VersVG eine Pflicht des Versicherers abzuleiten sei, im konkreten Änderungsfall – über die Mitteilungspflicht an die in § 178g Abs 1 VersVG genannten Stellen hinaus –, Versicherungsnehmer:innen die für die Änderung maßgeblichen Umstände nachvollziehbar darzulegen. Der OGH kam zu dem Ergebnis, dass der Versicherer im Verfahren diejenigen Umstände, die ihn zur Ausübung des Gestaltungsrechts im konkreten Ausmaß berechtigten, offenzulegen und nachzuweisen hat.

alt

Gefestigte Rechtsprechung des OGH zur Ausnahmesituationsklausel

Der VKI hatte im Auftrag des Sozialministeriums die D.A.S. Rechtsschutz AG wegen zweier Klauseln geklagt, auf die sich Rechtsschutzversicherer stützen, um Deckungen bei COVID-19-bedingten Rechtsstreitigkeiten abzulehnen. Der OGH erklärte wie bereits zuletzt die sogenannte „Ausnahmesituationsklausel“ für intransparent und daher unzulässig, während er die "Katastrophenklausel" als zulässig erachtete.

Justitia

Vorzeitige Rückzahlung von Hypothekarkrediten

Der VKI führt ein Verfahren gegen die Unicredit Bank Austria AG. Es geht in dem Verfahren um die Frage, ob bei vorzeitiger Kreditrückzahlung bei einem Hypothekarkredit auch die laufzeitunabhängigen Kosten anteilig zurückerstattet werden müssen. Der EuGH verneint das.

unterstützt durch das

Sozialministerium
Zum Seitenanfang