Zum Inhalt

Kostenerstattung Skisaisonkarten – Erfolg durch Klagstätigkeit

Für Saisonkartenbesitzer nahm die Skisaison 2019/2020 im März 2020 pandemiebedingt ein jähes Ende. Obwohl die Skigebiete vorzeitig geschlossen wurden, weigerten sich in der Folge zahlreiche Liftbetreiber, ihren Kundinnen und Kunden das Kartenentgelt für den Zeitraum der Schließung anteilig zurückzuerstatten. Betroffene haben dem Gesetz zufolge aber sehr wohl das Recht, ihr Entgelt für jenen Zeitraum, in dem eine Leistungserbringung nicht möglich ist, zurückzuerhalten. Aufgrund zahlreicher Beschwerden hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) in den letzten eineinhalb Jahren Musterprozesse geführt und Rückerstattungen für betroffene Konsumentinnen und Konsumenten gegenüber verschiedenen Skigebieten durchgesetzt. Dennoch erreichen den VKI nach wie vor Beschwerden. Der VKI bietet einen kostenlosen Musterbrief an.

Trotz eines rechtskräftigen Urteils des Landesgerichts Salzburg, das einen anteiligen Rückzahlungsanspruch im Fall des vorzeitigen Saisonendes der Skisaison 2019/2020 bestätigte, verweigerten viele Skigebiete mit dem Verweis auf eine „Einzelfallentscheidung“ die Rückzahlung an andere Betroffene.

Aufgrund zahlreicher Beschwerden brachte der VKI daher Musterklagen ein, unter anderem gegen die folgenden Liftbetreiber: Zauchensee Liftgesellschaft B* S* GmbH, 3-Täler Touristik GmbH, Liftgemeinschaft Obertauern GmbH, Gerlitzen-Kanzelbahn-Touristik GmbH & Co. KG und Snow Space Salzburg Bergbahnen AG. Alle diese Betreiber lenkten nach Einbringung der Klagen ein und zahlten die anteiligen Kosten der Saisonkarten, ohne jede Äußerung im Verfahren, zurück. Nur wenige Liftbetreiber ließen sich tatsächlich auf ein Verfahren ein. So unter anderem die Ski amadé GmbH, gegen die bereits in zweiter Instanz ein Verfahren anhängig ist. In erster Instanz sprach das Gericht der betroffenen Familie 330 Euro zu.

Musterbrief Rückforderung Skisaison 2019/20

Diesen Beitrag teilen

Facebook Twitter Drucken E-Mail

Das könnte auch interessant sein:

Blick auf Konzertbuehne

Frequency 2020 - Unzulässige Regelung über Auszahlung des Kaufpreises

Der VKI hatte im Auftrag des Sozialministeriums die musicnet entertainment GmbH geklagt. Diese ist ua Veranstalter des Frequency Festivals (FQ). Für Kund:innen, die bereits ein Ticket für das FQ 2020 erworben hatten, es aber gegen ein Ticket für das FQ 2021 tauschten, sah der Veranstalter erst für 1.1.2024 die Möglichkeit vor, die Rückzahlung des Kaufpreises zu verlangen.

Gesetzesänderung

DSGVO-Auskunftsrecht auf konkreten Empfänger

Der EuGH nimmt deutlich Stellung: Es reicht idR nicht aus, nach einem Auskunftsbegehren eines Betroffenen nur die Empfängerkategorie bekannt zu geben; vielmehr muss idR über die konkreten Empfänger der personenbezogenen Daten informiert werden.

alt

Veranstaltungsabsagen 2020 bis Mitte 2021: Gutscheine müssen jetzt ausbezahlt werden

Im Jahr 2020 wurde ein Gesetz beschlossen, durch welches die Veranstalter:innen von Kunst-, Kultur- und Sportereignissen nicht mehr der sonst geltenden gesetzlichen Regelung entsprechend bei Entfall der Veranstaltung aufgrund der Covid-19-Pandemie das bereits empfangene Geld zurückzahlen müssen, sondern den Kund:innen stattdessen - großteils - Gutscheine ausgeben konnten. Mit 1.1.2023 müssen bisher nicht eingelöste Gutscheine, die auf Grundlage dieses Gesetztes für abgesagte Veranstaltungen im Jahr 2020 oder im ersten Halbjahr 2021 ausgestellt wurden, nach Aufforderung unverzüglich ausbezahlt werden.

WhatsApp

VKI-Erfolg gegen WhatsApp

Der VKI hatte die WhatsApp Ireland Limited geklagt. Anlass für die Klage war eine Änderung der Nutzungsbedingungen von WhatsApp im Jahr 2021. Das OLG Wien beurteilte nun sowohl die Anlassklausel als auch fünf Klauseln aus den Nutzungsbedingungen für unzulässig.

unterstützt durch das

Sozialministerium
Zum Seitenanfang